Bundesweiter Aktionstag gegen Glücksspielsucht am 23. 09. 2015

Erben: Wirtschaftsminister Möllring tut zu wenig zur Bekämpfung der Glücksspielsucht

Aus Anlass des heutigen Bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht erinnert Rüdiger Erben, stellvertretender Vorsitzender und innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtags­fraktion, an die Gefahren, die vor allem von Geldspielautomaten in gewerblichen Spielhallen und Gaststätten ausgehen.

Wissenschaftlich sei unbestritten, dass das Spielen an Geldspielgeräten in Spielhallen über ein hohes Suchtpotential verfüge, das noch gesteigert werde, je weniger der Zugang zu Spielhallen für die Spieler in zeitlicher und örtlicher Hinsicht begrenzt ist. Zugleich würden Studien belegen, dass die häufigste Spielform bei pathologischen Glücksspielern das Spielen an Geldspielautomaten ist. Die Reduzierung der Verfügbarkeit durch eine zeitliche Begrenzung des Angebots sei zudem ein allgemein anerkannter suchtpolitischer Ansatz.

Deshalb habe die SPD auch gemeinsam mit betroffenen Suchtkranken, deren Angehörigen und Experten in der Suchtberatung die Entscheidung von Landeswirtschaftsminister Hartmut Möllring heftig kritisiert, wonach die Sperrzeit in den Spielhallen in Sachsen-Anhalt seit 2015 nur noch drei Stunden (von 3.00 Uhr bis 6.00 Uhr) beträgt. Zuvor galt seit 1991 eine neustündige Sperrzeit für Spielhallen von 22.00 Uhr bis 7.00 Uhr. Seit diesem Jahr habe Sachsen-Anhalt im Bundesver­gleich die lascheste Sperrzeitregelung.

Trotz der Ablehnung der Sperrzeitverordnung durch die Koalitionsfraktion SPD sei Möllring nicht bereit, die Verordnung wieder zu verschärfen.

Der SPD-Politiker hält diese Haltung des zuständigen Ministers für wenig verantwortlich gegenüber den Spielsüchtigen und ihren Angehörigen.

Erben: „Für die Spiellhallen-Lobby waren das sicher gute Nachrichten, der Spielsuchtbekämpfung erweist man jedoch einen Bärendienst. Was Minister Möllring entschieden hat, ist das Gegenteil von dem, was wir als Koalitionspartner vertreten. Wir können eine Änderung jetzt nicht erzwingen. Für die Zeit nach der Landtagswahl 2016 wird das aber wieder ein Thema für uns sein. Wir brau­chen dann eine erneute Verlängerung der Sperrzeit, eine zentrale Sperrdatei für Spielsüchtige nach dem Vorbild von Hessen und Rheinland-Pfalz und eine Sperrzeit auch für die Benutzung von Geldspielautomaten in Gaststätten.“

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben