Bahnstrecke Zeitz-Tröglitz

Erben: Begründungen des Bahnbetreibers sind faule Ausreden und die Ankündigungen nur leere Versprechungen 

Am kommenden Donnerstag wird die seit dem Hochwasser 2013 unterbrochene Bahnverbindung Zeitz-Tröglitz zum Thema im Landtag von Sachsen-Anhalt. Auf Antrag der SPD-Fraktion muss die Landesregierung im Verkehrsausschuss dazu Stellung nehmen, was man fünf Jahre nach dem Hochwasser unternimmt, um den Bahnbetreiber Bayrische Regionaleisenbahn (BRE) zu zwingen, seiner Instandsetzungs- und Betriebspflicht nachzukommen.

Der Weißenfelser SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben drängt seit vielen Monaten darauf, dass die Landesregierung endlich mehr Druck auf die BRE ausübt. Er erinnert an das Versprechen von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) aus dem Juli 2015. Nach seinem damaligen Besuch schrieb die Ausgabe Zeitz der Mitteldeutschen Zeitung am 13.07.2015: „Sachsen-Anhalt Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sicherte den Betroffenen aus Wirtschaft und Kommunalpolitik seine Unterstützung zu, sollte beispielsweise die DRE gestellte Fristen nicht einhalten.“

Erben: Ich kann die Fristen schon gar nicht mehr zählen, die die BRE nicht eingehalten hat. Die Begründungen für die Verzögerung sind faule Ausreden und die Ankündigungen stets nur leere Versprechungen. Wer eine Eisenbahnstrecke betreibt, der hat auch die Pflicht zur Instandsetzung und zum Betrieb. Das steht im Gesetz und im Gesetz steht auch die Pflicht der Eisenbahnaufsichtsbehörde diese Pflichten durchzusetzen. Das Geld zur Instandsetzung steht zur Verfügung und es muss jetzt Schluss damit sein, dass sich die Landesregierung auf der Nase herumtanzen lässt.“

Hintergrund:

Der Bahnstrecke Zeitz–Tröglitz gehörte ehemals zur Bahnstrecke Zeitz-Altenburg. Während der größere Teil der Strecke stillgelegt wurde, ist der Abschnitt Zeitz-Tröglitz seit 2013 von der DB Netz an die BRE, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Regionaleisenbahn (DER) verpachtet. Durch sie soll die Bedienung des Industrieparks Zeitz sichergestellt werden. Bestandteil der Strecke ist auch eine Flutbrücke über die Flussaue der Weißen Elster. Durch das Hochwasser im Frühjahr 2013 wurden zwei Pfeiler der Flutbrücke so stark beschädigt, dass die Strecke nicht mehr befahren werden kann. Um die Bedienung der Unternehmen im Chemie- und Industriepark Zeitz sicherzustellen, hat die DRE die bereits stillgelegte Strecke Tröglitz–Meuselwitz von DB Netz übernommen und als sog. Bahnhofsnebengleis in Betrieb genommen. Obwohl Mittel in Millionenhöhe zur Beseitigung der Hochwasserschäden vom Land Sachsen-Anhalt an die BRE bereits 2014 bewilligt wurden, ist mit der Instandsetzung der Strecke noch immer nicht begonnen worden. Zuletzt hatte man angekündigt, dass bis Ende Juli eine Ausschreibung erfolgt und die Baumaßnahme bis Jahresende abgeschlossen wird. In der Lokalausgabe Zeitz der Mitteldeutschen Zeitung vom gestrigen Sonnabend wurde berichtet, dass man jetzt einen „Baustart Anfang 2019 erreichen wolle“.

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