Schienenpersonennahverkehr im Burgenlandkreis

Erben: Totalversagen von Abellio darf nicht ohne Konsequenzen bleiben

Vor wenigen Wochen hat abellio, die Bedienung des sog. Dieselnetzes Sachsen-Anhalt übernommen, zu dem auch eine Strecke im Burgenlandkreis gehört. Bereits 2016 hatte das Unternehmen den Zuschlag von der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) für die Bedienung bis 2032 erhalten. Heute teilt das Bahnunternehmen mit, dass die Regionalbahnlinie RB 77 Naumburg Ost – Naumburg Hbf – Freyburg/Unstrut – Laucha – Nebra – Wangen/Himmelsscheibe vom 02.01.2019 bis voraussichtlich 08.02.2019 nicht mit Zügen, sondern nur noch mit Bussen im Schienenersatzverkehr bedient wird. Als Grund gibt der Bahnbetreiber an, dass man noch immer nicht ausreichend Fahrpersonal rekrutieren konnte.

Quelle: https://www.abellio.de/de/mitteldeutschland/unternehmen-news/media-center/presse/schienenersatzverkehr-auf-der-unstrutbahn

Der Weißenfelser SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben kritisiert abellio und auch die landeseigene NASA für dieses Vorgehen scharf. Das Unternehmen abellio habe über zwei Jahre Vorbereitungszeit gehabt und habe dabei völlig versagt. Die landeseigene NASA habe sich bei der Vergabe zudem überhaut nicht dafür interessiert, ob der Bieter abellio überhaupt in der Lage ist, den Betrieb personell abzusichern, was das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr bereits kleinlaut einräumen musste.

Quelle: siehe Antwort auf Frage 3: https://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp7/drs/d3650sak.pdf

Erben: „Leider ist das abellio-Desaster im Burgenlandkreis kein Einzelfall. Auf anderen Strecken des Dieselnetzes Sachsen-Anhalt sieht es nicht besser aus. Die NASA hat mit der Deutschen Bahn einen bewährten Betreiber den Stuhl vor die Tür gesetzt und sich darauf verlassen, dass es abellio wohl hinbekommen wird. Jetzt haben wir das katastrophale Ergebnis. Verkehrsminister Webel muss dem Bahnunternehmen abellio eine letzte Frist setzen. Wenn dann der Betrieb nicht gesichert ist, muss die Kündigung des Verkehrsvertrags folgen. So kann das nicht noch Monate und schon gar nicht 14 Jahre lang weitergehen.“

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