Strukturwandel im Braunkohlerevier

Erben: Neoliberale Ratschläge aus dem Elfenbeinturm

In der heutigen Ausgabe der Mitteldeutschen Zeitung spricht sich der Wirtschaftsforscher und Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle Reint Gropp gegen eine gezielte Förderung der Braunkohlereviere im Rahmen des dortigen Strukturwandels aus. Kritisiert die geplante Förderung der Braunkohle-Regionen in Ostdeutschland. Zudem müsse man mit einem massenhaften Wegzug von qualifizierten Arbeitskräften aus Regionen wie dem Burgenlandkreis leben.

Der Weißenfelser SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben kritisiert die Ratschläge des IWH-Präsidenten scharf und betont, dass er alles versuchen werde, dass sich eine solche Förderpolitik nicht durchsetzen wird.

Erben: „So hört es sich an, wenn ein verbeamteter Professor über die Schicksale von Kumpeln und Revieren redet. Ein Professor aus Halle macht aus dem Elfenbeinturm in Halle neo-liberale Vorschläge und meint, man könne das Revier doch aufgeben und die Menschen sollen doch nach Leipzig zur Arbeit fahren oder am besten gleich nach Bayern ziehen. Was Herr Gropp fordert, das ist ein radikaler Strukturbruch im Mitteldeutschen Revier. Ich selbst habe im Revier einen solchen Bruch vor 28 Jahren mit Massenarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit erlebt und das ist als traumatisches Erlebnis in den Köpfen der Menschen noch immer hochpräsent. Das darf es im nächsten Jahrzehnt nicht noch einmal geben. Das Revier muss auch nach der Braunkohle Industrieregion bleiben. Was wir brauchen, ist eine gezielte Ansiedlungspolitik für Industriebetriebe und die Schaffung der notwendigen Infrastruktur."

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