Rüdiger Erben kritisiert „Nachtreten“ des IWH gegen ländliche Räume

„Eine Denkfabrik für Kahlschlag und Dörfersterben braucht kein Mensch“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, Rüdiger Erben, hat den Präsidenten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Reint Gropp, für sein „Nachtreten“ gegen die Menschen in den ländlichen Regionen Ostdeutschlands kritisiert. Gropp hatte über den Twitter-Account des IWH ein Interview des „Tagesspiegels“ verbreitet, in dem er erklärte, „der ländliche Raum in Ostdeutschland sei verloren“, und sich über die politischen Reaktionen auf die IWH-Studie zur Entwicklung Ostdeutschlands mokierte:

Politiker würden den ländlichen Raum reflexartig verteidigen, sagt er im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Schließlich lebten dort ein Teil ihrer Wähler. „Ohne etwas für die ländliche Region zu tun, wird doch kein Spitzenkandidat wiedergewählt.“

Rüdiger Erben: „Politische Verantwortungsträger in der Demokratie dafür zu kritisieren, dass sie die Interessen ihrer Wählerinnen und Wähler wahren wollen – das ist ein starkes Stück. Vor allem, wenn man selbst dabei den Auftrag des Grundgesetzes ignoriert, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Regionen Deutschlands zu schaffen.“

Das IWH müsse sich angesichts solcher Äußerungen fragen lassen, wozu es eigentlich nütze sein wolle, sagte Erben: „Eine Denkfabrik, die Kahlschlag und Dörfersterben propagiert, braucht kein Mensch.“ Es gebe viele Fragen, zu denen die Wirtschaftsforschung Antworten liefern müsse: Welche wirtschaftlichen Potentiale sind in Stadt und Land bislang ungenutzt? Welche Bedingungen brauchen Existenzgründer im ländlichen Raum? Welche digitale Infrastruktur braucht eine vernetzte und digitale Wirtschaft in Ostdeutschland? Welche Branchen können im Strukturwandel am besten neue Arbeitsplätze schaffen?

„Da wäre also viele zu tun“, sagte Erben, „aber für die phantasielose Botschaft ,Macht den Laden dicht‘ braucht man weder ein Institut noch einen Präsidenten.“

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