Katastrophenschutz

Erben: Sachsen-Anhalt ist weiter schlecht für einen flächendeckenden, langanhaltenden Stromausfall gerüstet

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Rüdiger Erben beschäftigt sich seit Jahren mit den Gefahren eines flächendeckenden, langanhaltenden Stromausfalls: „Das deutsche Stromnetz zählt seit Jahrzehnten zu den sichersten und zuverlässigsten der Welt. Die Statistik dazu ist eindeutig. Ein Jahr hat mehr als 525 000 Minuten. Im Durchschnitt hatten die Deutschen davon zuletzt gerade mal 15 Minuten lang keinen Strom. In den Vereinigten Staaten sind es 114 Minuten. Das sagt jedoch nichts über die Folgen, wenn es zu einem flächendeckenden, langanhaltenden Stromausfall kommt. Diese wären enorm.“

Durchgespielt wurden diese in der Landeskatastrophenschutzübung „THEMIS 2017“ im November 2017 mit dem Szenario, dass in weiten Teilen im Süden Sachsen-Anhalts der Strom ausgefallen und dieser Zustand Tage andauern kann. Die Ergebnisse waren damals eindeutig, die Katastrophenschutzbehörden hätten erhebliche Probleme bei der Lagebewältigung, u.a. fehle es an sog. Netzersatzanlagen (leistungsfähige Notstromaggregate) bei den Katastrophenschutzbehörden.

Genau dies hatte Erben schon zuvor thematisiert. Entsprechende Anfrage hatten schon damals ergeben, dass keine nennenswerten Notstromkapazitäten bei den Katastrophenschutzbehörden vorhanden sind (siehe Anlage 01). Lediglich Dessau-Roßlau und Magdeburg verfügten über die notwendige Technik.

So war es folgerichtig, dass eine Konsequenz aus der Übung die Beschaffung von leistungsfähigen Notstromaggregaten sein muss. Das wurde auch noch Januar 2019 im Innenausschuss des Landtages vom zuständigen Referatsleiter im Innenministerium angekündigt.

Jetzt hakte Erben erneut nach (Anlage 02). Nur drei Katastrophenschutzbehörden (Magdeburg, Halle und Saalekreis) haben zwischenzeitlich aus eigenen Mitteln aufgerüstet und das Beschaffungsprogramm des Landes für Notstromaggregate ist zwischenzeitlich dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Erben ist überrascht von dieser Entscheidung, von der er nur wegen seiner Anfrage erfahren hat. Aus seiner Sicht ist es auch eine falsche Entscheidung, die außer Acht lasse, wie verwundbar das Land in einem solchen Szenario wäre:

Andere Bundesländer sind uns bei der Bewältigung Vorsorge deutlich voraus. Insbesondere Hessen ist hier ein Vorbild. Hessen hat alle Katastrophenschutzbehörden mit mobilen Großaggregaten für die Notstromversorgung ausgerüstet. Dort hat jeder Landkreis alleine Kapazitäten wie in Sachsen-Anhalt alle Landkreise zusammen aufbieten können. Deshalb brauchen wir ein Landesbeschaffungsprogramm für diese Technik ein.“

KA Stromausfall I

KA 7_3766.pdf - Anlage 02

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