Bundesweiter Warntag am 10. September

Erben: Eine App hilft den Menschen wenig, wenn sie schlafen

Am Donnerstag nächster Woche um 11.00 Uhr werden in ganz Deutschland die Sirenen zu hören sein. Es wird der erste bundesweite Probealarm seit der Wiedervereinigung sein. Er dient dazu, die Warntechnik für besondere Risiken wie Unwetter oder Chemieunfälle zu testen. Ziel ist es an dem Tag auch, die Menschen in Deutschland über Warnungen in Notlagen zu informieren.

Nach Zahlen von Rüdiger Erben, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, werden dann in Sachsen-Anhalt 2.143 Sirenen ertönen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf Erbens Anfrage zur Alarmierung der Bevölkerung in Gefahren- und Katastrophensituationen hervor (siehe Anlage). Von den Sirenenstandorten aus können nicht nur Einsatzkräfte alarmiert, sondern auch die Bevölkerung vor Gefahren gewarnt werden. Erben hält es für wichtig, die Bevölkerung bei einem solchen Warntag zu informieren, denn nur wer das Signal kenne, könne sich auch im Ernstfall entsprechend verhalten.

Die Zahl der Sirenen ist in Sachsen-Anhalt seit den 90er-Jahren massiv zurückgegangen. Doch in den letzten zehn Jahren habe sich die Lage stabilisiert. Dabei fällt auf, dass einzelne Landkreise ein sehr dichtes Sirenennetz unterhalten; die Stadt Halle verzichtet dagegen im Unterschied zu Magdeburg und Dessau-Roßlau vollständig auf Sirenen.

Erben hält Sirenen für die Warnung der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt für ein weiterhin unverzichtbares Mittel. Bei der Alarmierung der Feuerwehren könne man zwar leicht auf Funkalarmempfänger zurückgreifen. Für die Bevölkerung erreiche man – gerade in der Nacht – eine Warnwirkung jedoch nur mit Sirenen.

Erben: „An der Antwort der Landesregierung kann man deutlich erkennen, wie unterschiedlich ernst das Instrument der Sirenenwarnung zur Warnung der Bevölkerung in den einzelnen Teilen unseres Landes genommen wird.“

Erben kämpft seit Jahren für mehr Sirenen in Sachsen-Anhalt. „Aus meiner Sicht verdienen die Sirenen wieder mehr Aufmerksamkeit, vor allem wenn die Bevölkerung in der Nacht gewarnt werden muss“, so Rüdiger Erben. „Nicht jeder hat ein Smartphone mit einer KATWARN-App auf dem Nachttisch liegen. Und auch die App hilft nicht viel, wenn Menschen tief und fest schlafen.“

Anlage PM Erben

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