Haltung gefährlicher Tiere in Sachsen-Anhalt

Erben: Jeder noch so kleine Hund ist in Sachsen-Anhalt erfasst; bei Krokodilen oder Raubkatzen tappen die Behörden im Dunkeln

Zunächst meldeten Angler im Burgenlandkreis in der letzten Woche, dass sie in der Unstrut ein Krokodil gesichtet haben. Am Wochenende soll ein Krokodil nur wenige Kilometer flussaufwärts im benachbarten Kyffhäuserkreis aufgetaucht sein. Die kommunalen Ordnungsbehörden auf beiden Seiten der Landesgrenze nehmen die Meldungen sehr ernst, doch bis zum Sonntagabend verlief die Suche erfolglos.

Rüdiger Erben, SPD-Landtagsabgeordneter aus dem Burgenlandkreis und innenpolitischer Sprecher seiner Fraktion weist in diesem Zusammenhang auf eine Gesetzeslücke in Sachsen-Anhalt hin und fordert, dass diese endlich geschlossen wird.

Seit über 17 Jahren gibt es in Sachsen-Anhalt keine landesweite Regelung für das Halten gefährlicher Wildtiere mehr. Mit seiner Forderung diese zu schaffen und die kommunalen Ordnungsämter mit dem Problem nicht alleine zu lassen, ist er bislang beim zuständigen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie auf taube Ohren gestoßen (siehe Anlage).

Während in anderen Bundesländern das private Halten von Krokodilen, Giftschlangen oder Raubkatzen verboten ist oder zumindest einer behördlichen Erlaubnis bedarf, gibt es in Sachsen-Anhalt seit 2003 keine solche Rechtsvorschrift mehr.

Jetzt hofft Erben, dass die Ereignisse an der Unstrut zu einem Umdenken bei Ministerin Dalbert führen.

Erben: "In Sachsen-Anhalt ist jeder noch so kleine Hund registriert und der Halter muss eine Haftpflichtversicherung nachweisen. Doch bei Krokodilen oder Raubkatzen tappen die Behörden im Dunkeln. Hier auf gemeindliche Verordnungen zu verweisen, das wird dem Problem nicht gerecht. Wie sollen kommunale Ordnungsämter so etwas sachkundig beurteilen? Das braucht landeseinheitliche Regelung. Einerseits fordern die Grünen in Sachsen-Anhalt einen Hundeführerschein für alle Halter und die grüne Ministerin lässt die Halter von gefährlichen Wildtieren gewähren.“

KA Nichtgewerliche Haltung gefährlicher Tiere in Sachsen-Anhalt

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