Kriminalitätsentwicklung in Sachsen-Anhalt

Erben: Die Statistik ist die eine Seite der Medaille, wir müssen auch wissen, was sich im Dunkelfeld abspielt

Am Montagvormittag wird Innenminister Michael Richter (CDU) die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2020 für Sachsen-Anhalt vorstellen. Sie wird wegen der Einflüsse der Corona-Krise nur begrenzte Aussagekraft haben können.

Nach Auffassung des innenpolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, Rüdiger Erben, ist diese Statistik sowieso kein ausreichender Indikator für die Sicherheitslage in Sachsen-Anhalt. Erben fordert deshalb schon seit Jahren, eine so genannte „Dunkelfeldstudie“ zur Kriminalität in Sachsen-Anhalt nach dem Vorbild von Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern in Auftrag zu geben. Eine solche Dunkelfeldstudie soll Informationen über die Kriminalitätslage in Sachsen-Anhalt liefern, die über die offizielle Statistik des Innenministers hinausgehen. 

Erben: „Die PKS beinhaltet nur die Delikte, von denen die Polizei weiß. Doch das sind längst nicht alle. Es ist allgemein bekannt, dass viele Straftaten gar nicht angezeigt und deswegen auch nicht von der PKS erfasst werden. Um ein realistisches Bild von der tatsächlichen Zahl der Straftaten in Sachsen-Anhalt zu erhalten, schlage ich nach dem Vorbild anderer Bundesländer eine Studie vor, die das sogenannte ‚Dunkelfeld‘, also den Bereich der nicht angezeigten Straftaten, beleuchtet.“

Er verweist darauf, dass das Nachbarland Niedersachsen entsprechende Untersuchungen bereits seit 2013 alle zwei Jahre durchführt. Dafür werden die Teilnehmer der Studie beispielsweise gefragt, ob sie Opfer einer Straftat geworden sind und ob sie diese angezeigt haben, ob sie sich in ihrer Umgebung sicher fühlen und wie sie die Arbeit der Polizei beurteilen.

Erben erklärte weiter: „Nur wenn wir das wirkliche Ausmaß der Kriminalität erkennen, wissen wir wo Prävention richtig ansetzen und die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung verbessert werden kann.“

 

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