Endlagersuche im Burgenlandkreis

Erben: Wir dürfen nicht naiv sein, am Ende wird die Standortentscheidung auch eine politische sein.

Am gestrigen Dienstagabend fand in Naumburg der sog. Dialog Standortsuche statt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sucht aktuell einen Standort für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle. In vier sog. Gebieten zur Methodenentwicklung soll untersucht werden, welche Regionen (v.a. aus geologischer Sicht) für ein solches Atommüll-Endlager eignen. Die meisten Gemeinden des Burgenlandkreises gehören zu einem der beiden Teilgebiete mit Salz bzw. Granit als Wirtsgestein.

Neben Landrat Götz Ulrich und den meisten betroffenen Bürgermeistern nahm auch der Weißenfelser Landtags-abgeordnete Rüdiger Erben an der Veranstaltung teil. Erben bedauerte, dass zwar viele Amtsträger in die Sporthalle gekommen waren, aber einfache Einwohner des Burgenlandkreises kaum gekommen waren. Aus seiner Sicht haben die Fachleute der Behörden die Methoden der Standortsuche fachlich fundiert dargestellt und es blieben auch keine Fragen offen, die von Wissenschaftlern zu beantworten sind. Der Abgeordnete glaubt jedoch nicht, dass in einigen Jahren nicht auch politisch entschieden wird, wenn mehrere gleichgeeignete Standorte für das Endlager in Frage kommen:

Alle vermutlich geeigneten geologischen Formationen gibt es auch in den westdeutschen Bundesländern. Deshalb muss auch klar sein, dass das Endlager dahin gehört, wo der Atommüll über Jahrzehnte entstanden ist und wo damit gutes Geld verdient und Steuern eingenommen wurden. Wir müssen alle dafür sorgen, dass wir am Ende nicht von Bayern oder Baden-Württemberg politisch überfahren werden. Deshalb halte ich es auch für kreuzgefährlich, wenn der neue Landeswirtschaftsminister Schulze jetzt eine Diskussion um die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke anzettelt, denn das verschärft die Entsorgungsprobleme zusätzlich.

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